Haben Sie auch schon mal einen oder mehrere der folgenden Sätze gedacht oder gesagt?
- „Lange halte ich das nicht mehr aus.“
- „Das regt mich schon die ganze Zeit auf.“
- „Was soll sich da noch ändern?“
- „Das geht doch schon ewig so.“
- „Immer wird alles auf meinem Rücken ausgetragen.“
- „Wenn ich doch nur ‚Nein’ sagen könnte!“
- „Darunter leide ich schon die ganze Zeit wie ein Hund.“
- „Das hat doch längst keinen Zweck mehr.“
[1]
Dann sind Sie vielleicht auf dem Weg zur Verbitterung oder wissenschaftlich ausgedrückt:
posttraumatische Verbitterungsstörung (PTED = Posttraumatic Embitterment Disorder)
Anders als bei der Belastungsstörung bildet sich die krankhafte Verbitterung meist infolge von weniger massiven Ereignissen, die jedoch Menschen in ihren zentralen Lebensbereichen betreffen. "Das kann eine Kündigung sein, die nach jahrelanger Tätigkeit am selben Arbeitsplatz erfolgt, die Trennung in einer Partnerschaft oder auch gebrochene Treue. Betroffene fühlen sich häufig ungerecht behandelt und sehen nur, dass es den anderen besser geht" [2]
So sind im Boxsport eine Anzahl von Kopftreffern oft weit riskanter als ein einziger, wenn auch wirksamer K.O.-Schlag. Denn diese Kopftreffer verursachen so genannte Mikrotraumen, die zu bleibenden Schäden führen können. Ein Mikrotrauma ist im psychologischen Sinn eine einseitige, sich ständig wiederholende Lernerfahrung. Bildlich gesprochen, erhalten wir in unserem Leben „Kopftreffer" am laufenden Band, sei es in der Erziehung, in der Partnerschaft oder im Beruf. Diese Mikrotraumen (oder positiv ausgedrückt: Mikroerfahrungen) sind für die psychische Entwicklung eines Menschen von großer Bedeutung: Sie formen schlicht und einfach seine Gewohnheiten. [4]
Derartige Mikrotraumen verursachen „empfindliche“ oder „schwache“ Stellen, die ein dauernder Herd für Auseinandersetzungen sein können. Sobald ein Partner diese Schwachstellen erkennt, egal, ob bewusst oder unbewusst, besteht die Gefahr, dass er sie zur Zielscheibe seiner Aggressionen macht. Jeder Konflikt, egal wie bedeutend oder nichtig der Anlass dafür ist, bedroht daher genau denjenigen Bereich einer Persönlichkeit, der durch die beschriebenen Mikrotraumen dafür besonders anfällig ist. [4]
Die Frage, ob und wie Religiosität dabei hilft Schicksalsschläge, Krankheiten oder Alltagswidrigkeiten besser zu bewältigen hat in den letzten Jahren Wissenschaftler und die interessierte Öffentlichkeit gleichermaßen beschäftigt. Während in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts eine eher skeptische bis kritische Sicht in Bezug auf Religiosität vorherrschte, ist diese seit ca. 20 Jahren abgelöst von einem uneingeschränkten Optimismus, dass „richtige“ Spiritualität hilfreich in allen Lebenslagen sein kann. [3]
Was kann trotzdem helfen? Das 5 Punkteprogramm gegen das "verschlossene Herz":
(entnommen aus
[5])
- Akzeptieren Sie, was geschehen ist
Zum Leben gehören auch Niederlagen, Verluste und Schmerz. Wenn Sie der Meinung sind, das gewisse Ereignisse niemals hätten stattfinden dürfen, befinden Sie sich im Kampf mit der Realität. Das ist nicht nur erschöpfend und frustrierend, sondern auch völlig sinnlos.
- Lassen Sie alle Gefühle zu
Verbitterung ist nicht gelebtes Gefühl. Die Bestsellerautorin Melody Beatty schreibt: " Ich werde oft gefragt: Ist es wirklich wichtig, a l l e Gefühle zu empfinden? Ja, das ist es. Ob Zorn, Trauer, Angst, oder Frustration - jedes Gefühl, das auf unsere Lebensgeschiche eingewirkt hat muss bewusstgemacht und anerkannt werden. Denn jede unterdrückte Emotion schwächt und erzeugt ein inneres Ungleichgewicht, dass nicht nur zu Verbitterung sondern auch zu Krankheit führen kann. Geben Sie die Haltung auf, in der Sie nur erdulden, kontrollieren oder innerlich immer mehr verhärten. Fühlen Sie was auch immer es in Ihrem Fall zu fühlen gibt und lassen Sie dann Sie los!"
- Sehen Sie den Sinn auch in leidvollen Situationen
Vertrauen Sie darauf, dass j e d e Erfahrung Ihrer persönlichen Entwicklung dient und dass sie den Nutzen oft erst zu einem späteren Zeitpunkt erkennen werden. Es kann auch hilfreich sein, sich mit spirituellen Fragen auseinanderzusetzen: Welchen Sinn hat dieses Leben?, Wer bin ich wirklich, woher komme ich, wohin gehe ich? Ist es hilfreich, Gott in mein Leben einzubeziehen und was könnte das für mich bedeuten?
- Lieben Sie sich selbst
Verbitterung vergiftet Seele und Körper. Wer sich selbst liebt wird nicht auf Dauer in solch einem Zustand verharren wollen, weil er in höchstem Masse zerstörerisch ist. Wenn Sie über etwas sehr verbittert sind überlegen Sie zunächst:
Was tut mir trotzdem gut?
- Wie kann ich den Spassfaktor in meinem Leben erhöhen?
Gibt es Menschen die mir in meinem Elend nicht nur beipflichten, sondern neue Perspektiven aufzeigen? Versuchen Sie auch die Bachblüte "Willow". Die Blütentherapeutin Mechthild Scheffer: " Willow hat einen besonderen Nutzen für Menschen, die sich ungerecht behandelt fühlen und mit dem Schicksal hadern. Sie sind enttauscht, beleidigt und verbittert. Diese Blüte hilft zu einer versöhnlichen Lebenseinstellung,"
Setzen Sie sich mit dem Thema "Verzeihen" auseinander
Vergeben bedeutet n i c h t, dass wir verletzendes Verhalten gegen uns entschuldigen. Es heisst nur, die negative Energie loszulassen, um die eigene Seele und den Körper vor Schaden zu bewahren. Der Arzt Dr. Gerald Jampolsky, der sich speziell mit Nichtvergebenkönnen und Krankheit beschäftigt hat, sagt: " Verzeihen bedeutet die Wunden nicht länger aufzukratzen, damit sie aufhören können zu bluten. Und: Nichtverzeihen ist das beste Rezept um zu leiden - seelisch und körperlich."
Vergessen Sie nicht: Verbitterung bringt sie nicht einen Schritt weiter. Was auch immer geschehen ist - öffnen Sie Ihr Herz erneut. Erst dann kann Liebe wieder fließen. Für andere, aber in erster Linie für Sie selbst. [5]
Quellen:
Der Blogbeitrag wurde aus folgenden Artikeln zusammengestellt:
[1] Auszüge entnommen aus
http://rpp2009.org/Die-Traumatisierung/
[2]
http://pressetext.at/news/091003004/unversoehnlichkeit-als-psychische-krankheit/?source=rss_0.91
[3]
http://rpp2009.org/Religioeses-Coping-Resilienz/
[4]
http://rpp2009.org/Die-Traumatisierung/
[5]
http://www.standenat.at/artikel/verbitterung.htm
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cubicwaterdrop - 3. Okt, 16:47